Die CSU hat im Streit um die künftige Finanzierung des Gesundheitssystems ein eigenes Konzept erarbeitet. Der vom bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder entworfene Vorschlag sollte noch am Montag dem CSU-Präsidium vorgelegt werden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Es sieht neben einem Beitrag, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen tragen, einen prozentualen Zusatzbeitrag vor, den der Beschäftigte alleine zahlt. "Das Modell ist schlüssig. Es baut auf gewachsenen Strukturen auf", sagte Söder der Zeitung.

Die Vorschläge der CSU dürften den Streit mit dem Koalitionspartner FDP um die Gesundheitsreform neu entfachen. Denn das Modell erfüllt nicht alle im Koalitionsvertrag genannten Anforderungen an die künftige Finanzierung des Gesundheitssystems. Es fehlt eine Beitragskomponente, die unabhängig von der Höhe des Einkommens zu zahlen ist. Die CSU lehnt eine solche Kopfpauschale strikt ab. Söder will sich der Süddeutschen zufolge noch am Montag mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Berlin treffen und ihm sein Konzept als Kompromiss unterbreiten.

Der hatte sich für eine Kopfpauschale stark gemacht, war damit innerhalb der Koalition aber auch auf Widerstand gestoßen. Derzeit müht sich Rösler vor allem, der Pharmaindustrie Preisnachlässe für Medikamente abzutrotzen, um die Gesundheitskosten zu senken.

Nach Söders Worten soll sich der Krankenkassen-Beitrag künftig aus zwei Teilen zusammensetzen, einem "Bundesbeitrag" und einem "individuellen Krankenkassenbeitrag". Der Bundesbeitrag soll von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu gleichen Teilen gezahlt werden. Dieses Geld flösse wie bisher in den bereits existenten Gesundheitsfonds. Dieses Budget soll dem Willen der CSU nach etwa 90 Prozent der Ausgaben abdecken, die die Krankenkassen zu tragen haben.

Die übrigen zehn Prozent will Söder mit einem Beitrag finanzieren, den alleine die Kassenmitglieder zu zahlen haben. Die jeweilige Krankenkasse kann die Höhe des Satzes frei bestimmen. Ändern will Söder auch die Verteilungmechanik des Fonds. So sollen die Kassen für Versicherte in einer eher teuren Region einen Zuschlag erhalten.

Im Bundesgesundheitsministerium stießen die Reformvorschläge der CSU zum Gesundheitssystem auf Ablehnung. Die Pläne bedeuteten eine Rückkehr zum alten intransparenten Finanzierungssystem, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Daniel Bahr (FDP). Das CSU-Konzept bedeute "milliardenschwere Mehrbelastungen" für die Versicherten, ohne dass die Finanzierung des Gesundheitssystems stabiler werde. Das CSU-Konzept sei nicht geeignet, "die Finanzierung der guten medizinischen Versorgung auch morgen noch abzusichern", hieß es weiter.