Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Michael Fuchs (CDU) hat als Gegenfinanzierung für Steuerentlastungen Subventionskürzungen "nach dem Rasenmäherprinzip" gefordert. Wenn man von Anfang an alle Gruppen gleich behandele, sei das am Erfolg versprechendsten, sagte er der Passauer Neuen Presse. "Wenn man einzelne herausgreift, werden die entsprechenden Interessengruppen sonst nach dem Sankt-Florian-Prinzip rufen: 'Verschon mein Haus, zünd andere an'", betonte der CDU-Politiker.

Fuchs geht davon aus, dass es für eine Steuersenkung im Jahr 2011 "nicht genügend Volumen" gebe. Die Steuerschätzung im Mai werde voraussichtlich "keine großen Spielräume für schnelle Steuersenkungen eröffnen". Wahrscheinlich erst 2012 werde es Spielraum für Steuerentlastungen geben. "Wir werden dann höhere
Steuereinnahmen verzeichnen, und zusätzlich kann finanzieller Spielraum durch das Streichen von Subventionen gewonnen werden."

In der schwarz-gelben Koalition dringt die FDP darauf, dass bis 2013 Steuerentlastungen zwischen 16 und 19 Milliarden Euro im Jahr spürbar sein sollen. Einen späteren Beginn – erst 2012 statt 2011 – hält sie angesichts leerer Kassen ebenso für möglich wie ein Konzept mit mehr als nur drei Steuertarifstufen.

Der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms hält 2012 für den Idealtermin. "Dann würden die Steuerentlastung und die Steuervereinfachung noch in dieser Legislaturperiode voll wirksam werden." Dies würde den "ursprünglichen Vorstellungen" der FDP entsprechen. Schließlich hätten die Liberalen bereits bei den Koalitionsverhandlungen das "Ziel 2012" vorgegeben.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner brachte in der Chemnitzer Freien Presse erneut die Variante ins Spiel, wonach 2011 zunächst das Steuerrecht vereinfacht werden könnte, bevor dann ein Jahr später mögliche Entlastungen greifen. Die Forderung, dass es schon 2011 Steuersenkungen geben müsse, stamme von der Union, betonte Lindner.