Im Konflikt um die künftige Ausrichtung der Deutschen Islamkonferenz (DIK) zeichnet sich Entspannung ab: Wie der Verband des Islamischen Kulturzentren (VIKZ) mitteilte, will sich die Organisation an der Sitzung eines Vorbereitungsausschusses am Mittwoch beteiligen. Zugleich bemängelte der VIZK jedoch die Organisation, den Inhalt und die Besetzung der Islamkonferenz.

Hintergrund des Streits ist die personelle und inhaltliche Neuausrichtung der Konferenz durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die sein Amtsvorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) gegründet hatte. De Maiziére hatte den Islamrat von der Teilnahme an der Konferenz ausgeladen, weil die Justiz gegen die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation Milli Görüs als größtes Einzelmitglied des Islamrats ermittelt.

Bei den großen muslimischen Verbänden war der Ausschluss auf Ablehnung gestoßen. Allerdings konnten sich die im Koordinationsrat der Muslime (KRM) zusammengeschlossenen Verbände bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen.

So hatte der Zentralrat der Muslime (ZMD) de Maizière erst am Sonntag zu einem "klärenden und konstruktiven" Gespräch aufgefordert. "Von den Ergebnissen dieser Unterredung machen wir unsere endgültige Entscheidung über die Teilnahme an der DIK abhängig", sagte der ZMD-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler.

Der VIKZ-Dialogbeauftragte Erol Pürlü kritisierte unter anderem den derzeitigen Stil des Dialogs mit den Mitgliedern der Islamkonferenz. "Wir waren sehr überrascht, die Themen und die Besetzung der DIK aus den Medien zu erfahren", sagte Pürlü. Partnern sollte man "zuvor solche Punkte erläutern".

Weiter hieß es, der VIKZ setze auf diesen Dialog und den Erfolg der Islamkonferenz. "Ein Fehlen gewichtiger Teilnehmer der DIK oder deren Bedenken zu ignorieren hinterließe für alle Akteure der DIK einen bleibenden Schaden", mahnte Pürlü. "Wir wollen im Rahmen der DIK unseren Beitrag zur institutionellen Integration des Islam und zur Gleichberechtigung der Muslime in Deutschland leisten."