Nach einem Bericht der Süddeutsche Zeitung, über einen Schreiben des Ministerpräsidenten erhöht sich der Druck: Das Schreiben aus der Weihnachtszeit, dass ZEIT ONLINE vorliegt legt den Verdacht nahe, dass Tillich Partei- und Staatsinteressen miteinander vermischt.

In dem Schreiben an alle sächsischen Landesbeamten dankt Tillich den Staatsdienern dafür, dass sie durch ihre Arbeit an dem erfolgreichen Abschneiden der CDU bei den Landtagswahlen im August mitgewirkt hätten.

"Wir haben die Wahlen auch deshalb gewonnen, weil Sie in der Verwaltung unsere politischen Ideen umsetzen", lobte Tillich die Landesmitarbeiter und fuhr fort: "Ich danke Ihnen ganz persönlich für Ihren Anteil am erfolgreichen Wahljahr 2009."

Die Neue Richtervereinigung in Sachsen kritisierte laut Süddeutsche Zeitung, der Regierungschef habe ein Staatsverständnis, "das uns Bauchweh macht". Aus der Staatskanzlei in Dresden hieß es zur Begründung, man habe ein "motivierendes Gruppengefühl" bei den Staatsdienern erzeugen wollen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass es wie in Nordrhein-Westfalen auch in der CDU in Sachsen fragwürdige Sponsoring-Praktiken gegeben hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte mit Blick auf die Berichte von Rhein und Elbe, Ministerpräsidenten dürften nicht das Amt "vermischen mit dem Sponsoring".