Mitte Mai läuft die Amtszeit des jetzigen Wehrbeauftragten Reinhold Robbe aus. Und obwohl sich die CDU für seinen Verbleib ausgesprochen hat, muss der SPD-Politiker den Platz wohl räumen: Der Koalitionspartner der Union in Berlin, die FDP, wird ihren Bundestagsabgeordneten Hellmut Königshaus als neuen parlamentarischen Kontrolleur und Ombudsmann der Streitkräfte vorschlagen. Ihr Parteikollege habe in den vergangenen Jahren immer eine enge Verbindung zur Bundeswehr gehalten und sei "allererste Wahl" für das Amt, sagte FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger in Berlin.

Königshaus sagte: "Ich werde mich in erster Linie als Anwalt der Soldaten und deren Familien sehen." Der Wehrbeauftragte sei ein Symbol dafür, dass die Bundeswehr eine Parlamentsarmee sei. Der 59-Jährige sagte, über seine Arbeitsschwerpunkte wolle er sich aus Respekt vor dem Amtsinhaber Robbe noch nicht äußern.

Königshaus hat eigenen Angaben zufolge als Personaloffizier bei der Luftwaffe gedient. Er sitzt seit August 2004 im Parlament und vertritt die FDP seit der vergangenen Bundestagswahl im Verteidigungsausschuss. Zudem ist er Obmann seiner Partei im Kundus-Untersuchungsausschuss.

Die Union signalisierte Zustimmung zu Königshaus' Nominierung. "Wir nehmen das in der Union sicher positiv zur Kenntnis", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU- Fraktion, Ernst-Reinhard Beck (CDU).

Die Liberalen hatten das Festhalten der Union an Robbe abgelehnt und sich auf ihr im Koalitionsvertrag verbrieftes Vorschlagsrecht berufen. Die Benennung von Königshaus sei mit dem Koalitionspartner abgesprochen, "die Union unterstützt den Vorschlag", sagte Homburger jetzt.

Dagegen sprach sich der Grünen-Sicherheitsexperte Omid Nouripour für eine weitere Amtszeit Robbes aus. "Die Bundeswehr befindet sich gerade jetzt in unruhigen Zeiten. Daher ist Kontinuität und Kompetenz im Amt des Wehrbeauftragten besonders wichtig", sagte Nouripour.