Atomkraftgegner planen weitreichende Proteste: Mit einer 120 Kilometer langen Menschenkette wollen sie für das Abschalten der Meiler und gegen längere Laufzeiten demonstrieren. Zu der Kundgebung, die die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel in Norddeutschland verbinden soll, haben ein breites Bündnis von außerparlamentarisches Gruppen sowie Gewerkschafter, SPD und Grüne aufgerufen. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmer.

Die Proteste richten sich gegen Überlegungen in der schwarz-gelben Koalition, den Ausstiegsbeschluss, wonach nach 2022 kein Strom mehr aus Kernenergie gewonnen werden soll, zu kippen und die Nutzung der Atomkraft auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

Die Initiatoren wollen zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und zwei Tage vor dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ein Zeichen gegen Atomkraft setzen. Die Atomgegner befürchten, dass sich die Bundesregierung nach der Landtagswahl mit der Energiebranche auf längere Laufzeiten einigen wird.

Die Demonstrationen gelten auch als Nagelprobe dafür, wie stark die Anti-Atombewegung noch ist, nachdem beispielsweise die Proteste gegen die Atommülltransporte ins Zwischenlager Gorleben schwächer geworden waren.