Haushaltspolitiker der Union gehen davon aus, dass die mögliche Milliardenhilfe für Griechenland gezahlt werden muss. "Ich rechne fest damit, dass Griechenland Hilfe brauchen
wird", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle (CDU), dem Handelsblatt.

Mit dem Paket aus bilateralen Krediten der Euroländer und Krediten des Internationalen Währungsfonds können alle in der Unionsfraktion leben, sagte Barthle. "Der Schaden wäre weitaus größer, wenn Griechenland Pleite ginge." Da Griechenland für die Hilfen voraussichtlich fünf Prozent Zinsen zahlen müsse, sei dies für den Bund ein gutes Geschäft, betonte Barthle.

Die Euro-Länder hatten beschlossen, Griechenland notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro Krediten unter die Arme zu greifen. Deutschland würde bei Notfall-Krediten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums in diesem Jahr bis zu 8,4 Milliarden Euro beisteuern.

Die mögliche Geldspritze für das hoch verschuldete Land stößt aber weiter auf Skepsis. "Das wird für Deutschland sehr teuer werden", sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD, Carsten Schneider, der Financial Times Deutschland (FTD) vom Dienstag. Er warnte vor einer massiven Belastung der deutschen Steuerzahler. Auch Deutschland werde künftig für seine Anleihen höhere Zinsen zahlen müssen. "Wir werden eine Staatsfinanzierungskrise erleben", sagte Schneider.

Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Otto Fricke, forderte eine umfassende Unterrichtung des Bundestags über Hilfen für Griechenland. "Ich gehe davon aus, dass der Haushaltsausschuss über die möglichen Griechenland-Hilfen rechtzeitig vorab unterrichtet wird", sagte Fricke der FTD.

Hintergrund der Forderung sind dem Bericht zufolge Befürchtungen der Haushälter, die Bundesregierung könnte in den kommenden Wochen am Parlament vorbei Fakten schaffen und die bundeseigene KfW-Bank anweisen, Griechenland zu helfen.