Vier von insgesamt neun Landesministern in Hannover müssen gehen. Die Kabinettsumbildung betrifft ausschließlich die CDU-Ressorts. Ministerpräsident Christian Wulff holt drei Frauen in seine Mannschaft, die in Niedersachsen bisher kaum bekannt waren.

Neue Sozialministerin soll die CDU-Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft, Aygül Özkan, werden. Die 38 Jahre alte Politikerin ist Muslimin, ihre Familie kommt aus der Türkei. Sie löst Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) ab, die als blass gilt. Özkan ist die erste türkischstämmige Frau in Deutschland, die ein Ministeramt erhält.

Das Amt der Agrarministerin übernimmt die 45 Jahre alte CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen. Sie ersetzt Hans-Heinrich Ehlen, der gesundheitlich angeschlagen ist. Die Diplom-Ökotrophologin Grotelüschen kommt aus Ahlhorn in der Gemeinde Großenkneten. Ihrer Familie gehört eine große Mastputen-Brüterei. Grotelüschen war erst 2009 in den Bundestag eingezogen.

Brandenburgs CDU-Vorsitzende und Landtagsfraktionschefin Johanna Wanka wird neue Wissenschaftsministerin. Die 59-Jährige ist studierte Mathematikerin und seit 2010 Wissenschaftsministerin in Potsdam. Sie ersetzt Lutz Stratmann.

Das Kultusministerium soll der bisherige Staatssekretär Bernd Althusmann von Elisabeth Heister-Neumann übernehmen. Die Ministerin hatte schon kurz nach dem Amtsantritt für große Unzufriedenheit in der Schuldebatte gesorgt und Verbände gegen sich aufgebracht.

Die CDU-Minister Uwe Schünemann (Innen), Hartmut Möllring (Finanzen) und Bernd Busemann (Justiz) behalten ihre Posten. Auch die FDP-Ressorts mit Hans-Heinrich Sander und Jörg Bode bleiben unangetastet.

Bislang hatte Wulff nur kleinere Kabinettsumbildungen vorgenommen. So musste er 2005 Ersatz für Landessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) und 2009 für Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) finden. Beide gingen ins Bundeskabinett. Einmal wechselten zwei Landesminister die Ressorts untereinander.