Bundesweit sind nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) rund 30 Millionen vom Staat gekaufte Impfdosen nicht verwendet worden. Die Bestellung der Bundesländer stellte sich als zu groß heraus, als die erwartete Massenimpfung gegen die Schweinegrippe ausblieb.

Alle Bemühungen, wenigstens einen Teil des überflüssigen Serums ins Ausland zu verkaufen, seien vorerst gescheitert, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums dem Bericht zufolge. 

Niedersachsen hatte als derzeitiger Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder seit Januar nach Abnehmern für den überschüssigen Grippeschutz gesucht. Laut WAZ zeigten zunächst etliche Staaten wie Albanien, Moldawien und Mazedonien Interesse an dem Impfstoff. Als die Angst vor der Schweinegrippe deutlich abgenommen hatte, sei der Verkauf aber nicht zustande gekommen. "Es brennt nicht. Es gibt zurzeit keine Interessenten", sagte die Ministeriumssprecherin.

Durch die fehlgeschlagenen Bemühungen um einen Weiterverkauf bleibe allein Nordrhein-Westfalen auf 6,4 Millionen Impfdosen im Wert von 53,3 Millionen Euro sitzen, berichtete die WAZ -Gruppe. In NRW hatten sich demnach nur knapp eine Million Menschen gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Nun hoffen die Länder dem Bericht zufolge, wenigstens einen Teil des Serums im Herbst verkaufen zu können. Experten untersuchten derzeit, ob der Impfstoff auch gegen die saisonale Grippe eingesetzt werden könnte. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Spätestens Mitte 2011 läuft die Haltbarkeit des Impfstoffes ab.