Die sogenannten "Euro-Rebellen" um den Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider sind der Ansicht, dass durch das milliardenschwere Hilfspaket auch das Grundrecht auf Eigentum sowie EU-Recht verletzt werde. Per Eilantrag wollen sie erreichen, dass das Bundesverfassungsgericht die Ausfertigung und den Vollzug des Gesetzes untersagt.

Wie die Sprecherin des Bundesverfassungsgerichts sagte, wird das Gericht möglicherweise noch am Wochenende über den Eilantrag entscheiden. Eine genauere Einschätzung sei aber erst nach Auswertung des Antrags möglich.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geht von einem Scheitern der Klage aus: "Der Gang nach Karlsruhe wird keinen Erfolg haben", sagte die FDP-Politikerin. Die Regierung sei der Auffassung, "dass hier weder Eigentumsrechte der Beschwerdeführer noch Demokratieprinzipien durch das Gesetz zur Hilfe für Griechenland verletzt sind". Es gehe auch nicht um Hilfen der Europäischen Union, sondern "um bilaterale Hilfen der Euro-Staaten, deren Parlamente darüber selbstständig entscheiden".

Neben Schachtschneider beteiligen sich die Ökonomen Joachim Starbatty, Wilhelm Nölling und Wilhelm Hankel an der Klage, außerdem der ehemalige Thyssen-Chef Dieter Spethmann. Vier der Kläger hatten bereits 1998 gegen die Einführung des Euro geklagt und vor dem Bundesverfassungsgericht verloren.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte bereits im Vorfeld an das Bundesverfassungsgericht appelliert, die angekündigte Klage der Professoren gegen das Griechenland-Hilfsgesetz nicht zuzulassen. Das Gesetz entspreche der Verfassung, denn diese verbiete nicht Hilfe für andere Staaten, sagte Koch dem Handelsblatt . Das Grundgesetz dürfe nicht zum Spielball "einzelner Abgeordneter oder Rechtsgelehrter werden", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende.