Schon das Vorwort zeugt von der Erwartung des baldigen Todes. "Während dieses Werk verfasst wird, ist mir nicht klar, ob es je fertig werden wird, da wir uns im Krieg befinden", schrieb der deutsche Dschihadist Eric Breininger, "und ich somit jederzeit meinem Schöpfer begegnen kann". Am 28. oder 30. April, die Daten auf islamistischen Homepages variieren, war es so weit.

In einem Gefecht mit pakistanischen Soldaten in Nordwasiristan, nahe der Grenze zu Afghanistan, wurde der Konvertit aus dem Saarland getötet. Seine in einem Terrorcamp begonnenen Memoiren unter dem Titel "Mein Weg nach Jannah", seinem Weg ins Paradies also, brechen ab. Dennoch werden sie im Internet von Anhängern der Taliban verbreitet, als Propagandaschrift. Mehr als das sind die 106 Seiten ein Dokument frommen Wahnsinns bis in den Tod.

Breininger wirbt für Selbstmordanschläge. Er nennt sie "Märtyrer-Operationen" und "lobenswürdig". Und er berichtet vom eigenen Umgang mit Kriegsgerät. Auf Seite 103 steht, "ich persönlich vertiefe zur Zeit meine Kenntnisse und Fähigkeiten mit schweren Artillerie-Waffen wie z. B. Havan 82 Mörsergranatwerfer oder BM-Raketen".

BM-Raketen sind Geschosse für Stalinorgeln. "Mein Ziel ist es, in diesem Sommer diese Waffen so gut zu beherrschen, dass ich selbstständig Artillerie-Operationen anführen und andere Mujahideen darin ausbilden kann." Ob es dazu kam, ist offen.

Breininger, Kampfname "Abdul Ghaffar al Almani", wurde nur 22 Jahre alt. Vor zwei Jahren schloss er sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet der usbekischen Terrorgruppe Islamic Jihad Union (IJU) an. Sie dirigierte auch seine Freunde von der Sauerlandgruppe, die in Deutschland Anschläge mit Autobomben verüben wollte. Die vier Mitglieder der Gruppe, die das Düsseldorfer Oberlandesgericht im März zu hohen Haftstrafen verurteilte, hatten umfangreiche Geständnisse abgelegt.

Breiningers Memoiren sind nach Ansicht von Sicherheitsexperten das einzige vergleichbare, biografische Dokument eines Dschihadisten aus Deutschland. Dass es echt ist, wird nicht bezweifelt. Auf der Homepage mit dem "Werk" ist auch der Kopf der Leiche des Saarländers abgebildet – mit Bildern, die einen lachenden Breininger zeigen. In seinen Armen hält er ein Maschinengewehr.