Aus Unionskreisen verlautete zunächst der Name Wolfgang Schäuble (CDU). Der Bundesfinanzminister war schon einmal als Kandidat für das höchste Staatsamt im Gespräch. Zuletzt war er allerdings gesundheitlich stark angeschlagen .

Zudem wurde der noch amtierende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) genannt, der nach seiner deutlichen Wahlniederlage in Düsseldorf momentan mit der SPD eine Große Koalition auslotet . Unmittelbar nach Köhlers Rücktritt sagte Rüttgers jedoch: "Meine Aufgabe ist in Nordrhein-Westfalen." Als weitere mögliche Kandidaten gelten in den Reihen der Union Bundestagspräsident Norbert Lammert , Bildungsministerin Annette Schavan und die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (alle CDU). Das CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger brachte nach einer Präsidiumssitzung zudem Richard Schröder ins Gespräch. Der 66-Jährige Philosoph und Theologe war der letzte SPD-Fraktionsvorsitzende in der DDR-Volkskammer gewesen.

Die CSU sprach sich für ihren früheren Parteichef Edmund Stoiber aus. "Edmund Stoiber war als Ministerpräsident ein großer, ehrenhafter Staatsmann und wäre hervorragend dafür geeignet, ganz Deutschland zu repräsentieren", sagte CSU-Vorstandsmitglied Paul Linsmaier dem Münchner Merkur . In Berliner Parteikreisen wurde bestätigt, dass in internen Runden der Name Stoiber als möglicher Nachfolger gefallen ist. Ebenso seien aber auch weitere CSU-Größen wie etwa der ehemalige Finanzminister Theo Waigel genannt worden.

Auch die SPD äußerte sich zu möglichen Anwärtern auf das Amt des Staatsoberhaupts: Der niedersächsische Landesverband schlug Margot Käßmann vor, die nach einer Alkoholfahrt als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurückgetreten war. Auch die gegen Köhler zwei Mal unterlegene SPD-Kandidatin Gesine Schwan könnte zum Kandidatenkreis zählen.