Der 29 Jahre alte Politikwissenschaftler kommt aus dem Sauerland und war Geschäftsführer des bundesweiten Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren. Er wurde am Mittwochabend vom Juso-Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen nominiert und will sich nun in den anderen Landesverbänden vorstellen.Ein Juso-Sprecher bestätigte, dass Vogt bislang der einzige Kandidat um den Vorsitz der SPD-Jugendorganisation ist. 

Amtsinhaberin Drohsel hatte ihren Rücktritt angekündigt, weil sie sich künftig auf ihre juristische Referendarsausbildung konzentrieren will. Vogt ist bislang Vize-Vorsitzender und teilt sich diesen Posten mit sieben weiteren Jungsozialisten.

In seinem Bewerbungsschreiben setzt sich der 29-Jährige für eine verstärkte Zusammenarbeit der Jusos mit den Gewerkschaften und Jugendorganisationen ein.  Sonst wolle er bei den Jusos "gerne an die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre anknüpfen", sagte der 29-Jährige.

Der Linkspartei steht der Kandidat offen gegenüber. "Ich finde, wir sollten die Frage eines rot-rot-grünen Bündnisses emotionsloser sehen", sagte der Essener in einem Interview mit der WAZ . Und fügte mit Blick auf die laufenden Sondierungen in Nordrhein-Westfalen hinzu: "Nur in Gesprächen lässt sich herausfinden, ob wir bei der Linkspartei verlässliche Partner für unsere poltischen Ziele finden."

Vogt will sich im Falle seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden außerdem für eine politische Garantie auf einen Ausbildungs- und Studienplatz stark machen. Gleichzeitig fordert er, dass die "Jugendphase nicht nur in möglichst effizienter Vorbereitung auf das Berufsleben besteht".

Die Politik müsse den Leistungsdruck in der Schule reduzieren und "mehr Freiräume für jugendliches Engagement" schaffen. Vogt ist außerdem für einen gesetzlichen Mindestlohn und die Abschaffung der Sanktionen für Arbeitslosengeld-II-Empfänger.
Der Nachfolgekandidat ist seit der Schulzeit politisch aktiv. In seinem Heimatort Hemer war er 1997 Mitbegründer einer Juso-Gruppe. Später studierte Vogt Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und angewandte Kulturwissenschaft in Münster. Seit 2007 arbeitet er für die  Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf. Dort kümmert er sich als Referatsleiter um den Bereich Studienförderung und promoviert nebenbei.