Wie das Hamburger Abendblatt und die Stuttgarter Zeitung berichten, prüft die Führungsebene des Verteidigungsministeriums einen Abbau der Personalstärke von derzeit 250.000 auf 150.000 Stellen. Ein entsprechendes Konzept wolle die Regierung bei der Kabinettsklausur am Sonntag und Montag im Bundeskanzleramt erörtern, heißt es unter Berufung auf Bundeswehrkreise.

Wie die Zeitungen übereinstimmend berichten, prüft der Bund auch, die Wehrpflicht auszusetzen. Damit ließen sich allein mehr als 400 Millionen Euro im Jahr sparen. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte dies alles weder bestätigen noch dementieren. "Zur Vorbereitung der Kabinettsklausur werden im Moment unterschiedliche Szenarien durchgerechnet. Dabei gibt es keine Denkverbote, aber auch noch keine Entscheidungen", sagte er. 

Erst vor Kurzem hat das Bundeskabinett eine Verkürzung der Wehrpflicht von neun auf sechs Monate beschlossen .

Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte in der vergangenen Woche eine Verkleinerung der Bundeswehr als Teil der laufenden Strukturreform nicht ausgeschlossen . Details hatte er aber nicht genannt.

Auch die gerade erst auf sechs Monate verkürzte Wehrpflicht werde aus haushalterischen Gründen erneut auf den Prüfstand kommen, hatte er gesagt. Zudem will der Minister aus finanziellen Gründen die Zahl der Bundeswehr-Standorte verringern – und stieß damit bereits auf Kritik von Kommunen, die um die regionale Konjunktur fürchten. Zum Tabu erklärte Guttenberg Sparmaßnahmen auf Kosten der Sicherheit der Soldaten im Einsatz.