Die Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD in Nordrhein-Westfalen sind beendet. Im Anschluss an das Treffen der beiden Parteien hat die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft die CDU kritisiert. In zentralen Fragen habe es keine ausreichende Bereitschaft der CDU zu einem Politikwechsel gegeben, sagte sie. Die CDU sei derzeit nicht zu einem personellen Neuanfang bereit. Auch bei der Schulpolitik gebe es keine gemeinsame Linie. 

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte dagegen, alle Voraussetzungen für Koalitionsverhandlungen seien gegeben. Nur in wenigen Punkten bestünden erhebliche Schwierigkeiten. Auch in der Schulpolitik gebe es Bewegung. Eine Große Koalition passe in die Zeit, sagte Rüttgers. Er beharrte darauf, dass jede Partei über ihre eigenen Personalvorschläge entscheiden müsse. Die Frage, welche Partei in einer Großen Koalition das Ministerpräsidentenamt besetzen würde, gilt als eine der schwierigsten Hürden für ein Bündnis der beiden Parteien.

Die SPD will jetzt mit Grünen und FDP über eine Ampelkoalition reden und dann entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen aufnimmt. Rüttgers sagte, die CDU stehe für weitere Gespräche zur Verfügung.

In der vergangenen Woche hatte sich die FDP überraschend zu Gesprächen über eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen bereit erklärt .