Nach langem Streit ist Deutschland nun doch im Besitz einer weiteren Steuerbetrüger-CD , wie das Bundesfinanzministerium bestätigte.

Die Datensammlung über deutsche Steuerhinterzieher in der Schweiz war Baden-Württemberg angeboten worden. Die dortige Landesregierung hatte jedoch auf Druck der FDP den Kauf der illegal beschafften CD abgelehnt.

Für die CD seien 185.000 Euro gezahlt worden, sagte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU). Der Lieferant sei noch von seiner Ursprungsforderung von 500.000 Euro heruntergehandelt worden.

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind auf der CD mehr als 20.000 Datensätze. Sie enthielten neben den Namen und Anschriften auch Kontostände und bankinterne Angaben.

Die Steuerbehörden rechnen nun mit zusätzlichen Einnahmen in Millionenhöhe. Außerdem könnte es erneut vermehrt Selbstanzeigen von Steuerbetrügern geben.

Möllring sagte: "Über den Ankauf habe ich alleine entschieden." Steuerfahndung sei Sache des Finanzministeriums. "Wenn die CD in Deutschland gewesen wäre, hätten wir sie mit strafrechtlichen Mitteln beschlagnahmt."

Dem Kauf war ein monatelanger Streit vorausgegangen. Der Bund hatte sich nach der Ablehnung der Landesregierung in Stuttgart  bereit erklärt, mit einem anderen Bundesland das von einem unbekannten Informanten angebotene Material zu kaufen.

Im Februar hatte bereits Land Nordrhein-Westfalen eine CD gekauft. Die möglichen Steuereinnahmen würden die Kosten für den Kauf der NRW angebotenen CD bei weitem übersteigen, hieß es. Der Bund hatte sich mit 1,25 Millionen Euro an diesem Kauf beteiligt.

Baden-Württembergs Steuerfahnder hatten durch die angebotenen Daten Nachzahlungen von bis zu sieben Millionen Euro erwartet. Nach früheren Schätzungen soll es um Anlagen mit einem Wert von 280 Millionen Euro gehen. Den damaligen Angaben zufolge sollen fast 1700 Anleger aus dem gesamten Bundesgebiet betroffen sein.