Die Gefährdungslage in dem Land verlange, dass Probleme wie das der aufständischen Taliban nur militärisch zu lösen seien, sagte Dieckmann. "Aber es ist auch klar, dass eine starke Zivil-Gesellschaft aufgebaut werden muss", fügte sie hinzu. Und diese sei auf Dauer nur mit zivilen Entwicklungshelfern möglich. Schwerpunkte dafür seien Bildung und Landwirtschaft.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte zu Beginn seiner Amtszeit für Aufregung gesorgt, als er auch von den privaten Hilfsorganisationen Kooperation mit dem Militär verlangte , falls diese staatliche Mittel für ihren Einsatz in Anspruch nehmen wollten. Diese warnten vor einer erhöhten Gefährdung, wenn in der heimischen Bevölkerung klar würde, dass Entwicklungshelfer mit dem Militär zusammenarbeiten. Inzwischen argumentiert Niebel zurückhaltender.

Dieckmann hatte Niebel in der vergangenen Woche nach Afghanistan und Pakistan begleitet und zog eine grundsätzlich positives Fazit der Reise. Sie sagte nun, es gehe nicht um Kooperation, sondern um Koordination und Information. Militärische und zivile Organisationen müssten sich beim Aufbau ergänzen.

Dies müsse "sehr pragmatisch gehandhabt werden". Insofern sei "militärischer und ziviler Einsatz kein Widerspruch". Der Vorteil der zivilen Helfer sei, dass sie auch in Regionen Aufbauhilfe leisten könnten, in die sich das Militär nicht vorwagen könne.

Dieckmann wies zugleich darauf hin, dass Afghanistan für die militärische und zivile Aufbauhilfe eine "Ausnahmesituation" darstelle. Sie betonte jedoch: "Wir werden uns nichts vorschreiben lassen." Vorschläge des Militärs oder der Bundesregierung für Einsatzgebiete seien willkommen. "Wir werden uns aber selbst entscheiden." Denn letztlich sei man auch den Spendern verpflichtet.