Die SPD erfreut sich wieder steigender Beliebtheit. Im Wahltrend von stern und RTL erreichen die oppositionellen Sozialdemokraten ein Jahreshoch von 28 Prozent. Auch den Grünen halten die Wähler die Treue: Zum sechsten Mal in Folge schafft die Partei ihr Rekordhoch von 18 Prozent. Die Linkspartei erreicht in der Umfrage des Instituts Forsa elf Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche.

Die Regierungsparteien haben zu kämpfen: Die Union stagniert bei 31 Prozent, auch die FDP kommt in der dritten Woche nicht über vier Prozent hinaus. Schwarz-Gelb hat damit im Vergleich zur Bundestagswahl im vergangenen September etwa 13 Prozentpunkte verloren. Bezogen auf die neuen Werte der Opposition liegt die Koalition nun 22 Punkte zurück (35 zu 57 Prozent). Die sonstigen Parteien bleiben bei acht Prozent.

Gehen der FDP auch die Wähler abhanden, hinsichtlich der Mitgliederzahlen hält sich der Verlust in Grenzen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres verlor sie der Zeitung Die Welt zufolge 679 Mitglieder. Ende Dezember zählte die Liberalen demnach 72.116 Mitglieder, Ende Juni waren es 71.437. Allerdings hatte die FDP 2009 noch 6516 Mitglieder hinzugewonnen.

Christian Wulff muss sich dagegen bislang keine Sorgen um mangelndes Vertrauen seitens der Bürger machen. In einer weiteren Umfrage des stern zeigten sich 72 Prozent der Befragten überzeugt, der neue Bundespräsident werde das Amt gut ausfüllen. Trotz der intensiven Auseinandersetzungen vor seiner Wahl sagten das auch 73 Prozent der SPD- und 70 Prozent der Grünen-Anhänger.

Gegen den Sozialdemokraten Johannes Rau habe es 1999, zu Beginn seiner Amtszeit, im Unionslager wesentlich größere Vorbehalte gegeben, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem stern .

Für die Parteipräferenzen hatte Forsa vom 5. bis 9. Juli 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt. Zum Bundespräsidenten antworteten 1003 am 8. und 9. Juli Befragte.