Die Frage, wer künftig die CDU in Nordrhein-Westfalen führt , wird sich doch in einer Kampfabstimmung entscheiden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat beschlossen, gegen den ehemaligen NRW-Integrationsminister Armin Laschet um den Landesvorsitz der Partei anzutreten. In einem Brief an Parteifunktionäre spricht er sich für eine Mitgliederbefragung aus. "Hierin sehe ich eine gute Grundlage für einen glaubwürdigen Start nach der bitteren Niederlage bei der Landtagswahl", heißt es in dem Schreiben.

Röttgen schreibt weiter, die Parteimitglieder sollten entscheiden, "anstatt dass einige wenige Personen Posten unter sich aufteilen". Bild und Süddeutsche Zeitung (SZ) hatten bereits berichtet, Röttgen habe den noch amtierenden CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers sowie seinen Konkurrenten Laschet bereits telefonisch über seine Entscheidung informiert. Offiziell wolle er sich jedoch erst am Mittwoch dazu äußern.

Über Röttgens Kandidatur war bereits seit Wochen spekuliert worden. In der nordrhein-westfälischen CDU hatten sich zuletzt die Rufe gemehrt, der 45-Jährige solle sich um das Amt des Landesvorsitzenden bewerben. Der SZ zufolge plant die Partei nun mehrere Regionalkonferenzen, bei denen sowohl Röttgen als auch der bislang einzige Kandidat Laschet auftreten sollen. Danach könnten die 160.000 Mitglieder der Landes-CDU entscheiden, wer ihre Partei künftig führen soll. Ähnlich wie Röttgen hatten auch seine Unterstützer eine solche Abstimmung für den Fall gefordert, dass es mehrere Kandidaten geben sollte. Dem war aus dem Lager Laschets nicht widersprochen worden.

Bei seiner Kandidatur um die Nachfolge an der Spitze des größten CDU-Landesverbandes muss Röttgen mit reichlich Gegenwind rechnen. Sein Kontrahent Laschet, bis zur Landtagswahl im Mai 2010 Integrationsminister in NRW, hat für seine Bewerbung die Unterstützung von Karl-Josef Laumann, dem er kürzlich im Rennen um den Vorsitz der Landtagsfraktion unterlag . Auch Landesgeneralsekretärs Andreas Krautscheid und mehrere Bezirksvorsitzende der Partei haben sich bereits für Laschet ausgesprochen.

"Ich nehme das jetzt so hin, dann sind wir eben zu zweit", zitiert Bild den 49-Jährigen. "Ich will die Kandidatur nicht bewerten. Im Mittelpunkt unseres fairen Wettbewerbs muss stehen, wie schnellstmöglich die rot-grüne Minderheitsregierung in Düsseldorf abgelöst werden kann." Der CDU-Landesvorstand will sich am 30. August auf das Verfahren für die Wahl des Vorsitzenden festlegen. Die offizielle Wahl muss trotz Mitgliederbefragung auf einem Parteitag durch die Landesdelegierten erfolgen.