Hier sollen Kämpfer für den sogenannten Heiligen Krieg (Dschihad) angeworben worden sein, von hier aus sollen sie zur Terror-Ausbildung nach Pakistan und Afghanistan gereist sein: die Taiba-Moschee im Hamburger Stadtteil St. Georg, geführt von einem gleichnamigen Trägerverein. Damit soll nun Schluss sein. Innensenator Christoph Ahlhaus hat veranlasst, die Moschee zu schließen und den arabisch-deutschen Verein zu verbieten.

Am frühen Morgen zogen 20 Polizisten und einige Zivilfahnder vor das Gotteshaus, bohrten das Türschloss auf und durchsuchten die Räume. "Die Ermittler durchsuchen die Moschee nach weiteren Beweisstücken und stellen gegebenenfalls Computer oder Ähnliches sicher", sagte der Sprecher der Innenbehörde, Ralf Kunz.

Nach Angaben des Hamburger Verfassungsschutzes dient die Moschee bis heute als Hauptanziehungspunkt der örtlichen Dschihad-Szene , zu der etwa 45 Personen gehören sollen. Im vergangenen Jahr war nach Erkenntnissen der Ermittler von dort aus eine Gruppe von zehn Hamburger Dschihadisten in pakistanische oder afghanische Ausbildungslager gereist, wo sie sich vermutlich militärisch ausbilden ließen. Mindestens einer der Männer schloss sich den Angaben zufolge in Pakistan später der Terrorgruppe Islamische Bewegung Usbekistan (IBU) an. Er trat später auch in Propaganda-Videos der Organisation auf, die im Internet kursierten.

Die Taiba-Moschee nahe des Hamburger Hauptbahnhofs war unter ihrem früherem Namen Al-Quds-Moschee weltweit bekannt geworden. Sie diente einigen der Attentäter des 11. September während ihrer Zeit in der Hansestadt als Anlauf- und Treffpunkt. Dazu gehörte der Kopf der Terrorzelle, Mohammed Atta.