Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin kommt nicht aus den schlechten Umfragewerten heraus. Im Wahltrend von stern und RTL gewann die Union bei der Sonntagsfrage im Vergleich zur Vorwoche zwar einen Punkt hinzu und erreichte damit wieder die 30-Prozent-Marke , die FDP jedoch verharrt bei fünf Prozent. Mit gemeinsamen 35 Prozent bleibt die Koalition in der Umfrage des Instituts Forsa gut 13 Punkte unter ihrem Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl.

Auch bei den anderen Parteien bewegte sich eher wenig: Die Sozialdemokraten kamen in der vierten Woche in Folge auf das Jahreshoch von 28 Prozent, auch die Linke erreichte erneut 11 Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt und erzielten 18 Prozent. Den sonstigen Parteien wollten 8 Prozent der Befragten ihre Stimme geben.

Auf die Frage, weshalb die Koalition nicht von den guten Zahlen aus der Wirtschaft profitiere, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem stern , für die Menschen sei der Staat nach wie vor hoch verschuldet. Sie würden erleben, wie er sparen und Leistungen kürzen muss. Auch sei die Skepsis groß, ob der Boom von Dauer ist. Zudem sei die Politik etwa der FDP ja nicht besser geworden .

Weiterhin sei den Deutschen klar, welch geringen Einfluss die Politik habe. "Die Leute wissen, dass die Politik nicht einfach den Hebel umlegen kann, und dann läuft die Konjunktur gut oder schlecht. Die Bankenkrise wurde ihr nicht angelastet, nun werden ihr gute Zahlen nicht zugeschrieben", sagte Güllner.

Forsa befragte für den Wahltrend 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger in der Zeit vom 26. bis 30. Juli.