Die Gemeindeverwaltung von Daxenbergers Wohnort Waging am See hat auf Anfrage mitgeteilt, dass der seit Jahren an Krebs erkrankte 48-Jährige in der Nacht zum Mittwoch gestorben sei.

Erst drei Tage zuvor war Daxenbergers ebenfalls an Krebs erkrankte Frau Gertraud gestorben, das Paar hinterlässt drei Kinder.

Daxenberger galt als einer der profiliertesten Landespolitiker der Grünen. Der gelernte Schmied übernahm nach der Meisterprüfung die Bewirtschaftung des Bauernhofs seiner Eltern, den er auf ökologische Landwirtschaft umstellte. Im Jahr 1996 wurde er Bayerns erster grüner Bürgermeister. Mit seiner Art zog er Wählerschichten an, die seiner Partei früher verschlossen waren. Als "Super-Sepp" schickten die Grünen Daxenberger dann 2008 in den Landtagswahlkampf gegen den damaligen CSU-Chef Erwin Huber.

Die sonst auf Gleichberechtigung setzenden Grünen verzichteten wegen ihres Zugpferds sogar auf die übliche Doppelspitze und wagten einen Ein-Mann-Wahlkampf. Mit Erfolg: Die Grünen holten mit 9,4 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer bayerischen Landtagswahl. Anschließend übernahm Sepp Daxenberger die Führung der Fraktion.

Wegen seiner angegriffenen Gesundheit musste er sich im Juni vom Fraktionsvorsitz im bayerischen Landtag zurückziehen. Im Interview mit ZEIT ONLINE sagte er dazu: "Seit meinem Rücktritt fühle ich mich freier. Der Druck ist weg, das Gefühl, man müsse alles im Griff behalten."