Die schwarz-gelbe Koalition startet nach dem Ende der Sommerpause mit schlechten Umfragewerten in die neue Arbeitsperiode. Im Wahltrend von stern und RTL kommen Union und FDP wie in der Vorwoche gemeinsam nur auf 34 Prozent. Wenn jetzt Wahl wäre, würden sich 30 Prozent der Wähler für die Union entscheiden, ein Punkt mehr als in der Woche zuvor. Die FDP müsste um den Einzug in den Bundestag bangen, sie fällt um einen Punkt auf 4 Prozent.

SPD und Grüne hätten dagegen in der vom Institut Forsa durchgeführten Umfrage mit 47 Prozent weiter die absolute Mehrheit. Die Grünen steigen demnach um einen Punkt auf ein neues Rekordhoch von 20 Prozent – das ist ihr bester je von Forsa gemessener Wert. Die SPD verliert dagegen nach ihrem parteiinternen Streit um die Rente mit 67 einen Prozentpunkt und fällt von ihrem Jahreshoch auf 27 Prozent. Die Linke bleibt trotz der Querelen um ihren Parteichef Klaus Ernst stabil bei 11 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich 8 Prozent der Wähler entscheiden.

Forsa-Chef Manfred Güllner begründete den Zulauf zu den Grünen damit, dass die großen Parteien "einem vermuteten grünen Zeitgeist und grünen Themen hinterherlaufen". Damit würden sie aber nur das Original stärken. Zudem hätten die Grünen nach ihrer Regierungsbeteiligung im Bund mittlerweile den Ruf einer seriösen Partei.

Güllner wies darauf hin, dass die Grünen derzeit als die beste Oppositionspartei gelten. "Sie saugen unzufriedene Wähler an, die der SPD nach wie vor nicht vertrauen und denen die Linke ideologisch zu verbohrt ist. Auch ein paar Unzufriedene von Union und FDP gehen jetzt zu den Grünen ." Dennoch liege das grüne Stammwählerpotenzial weiter bei acht Prozent. "Sobald SPD und Union sich auf eigene Stärken besinnen, wird die Beliebtheit der Grünen wieder zurückgehen", sagte Güllner.

Forsa befragte für den Wahltrend vom 9. bis 13. August 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.