Die Bundeswehr befindet sich im dramatischsten Umbau seit ihrer Gründung 1955. Nach dem Willen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll sie "kleiner, aber besser und leistungsfähiger" werden, mit weniger Personal, aber mehr Einsatzkraft. Das ist die politisch gewünschte Marschrichtung. Hinzu kommt das Spardiktat vom Kabinettskollegen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): Der fordert bis 2014 acht Milliarden Euro vom Baron im Bendlerblock.

Nun präsentierte der seinen Plan, wie er das schaffen will. Die Vorgaben sind ehrgeizig. Weiteren Standorten droht die Schließung – mit allen Folgen, die das für die Soldaten mit ihren Familien und auch die regionale Wirtschaft hat. Der Generalinspekteur könnte erweiterte Befugnisse erhalten und zu einer Art Generalstabschef aufgewertet werden, wie er in anderen Nato-Staaten üblich, in der Bundesrepublik aber wegen der Erfahrungen mit der Wehrmacht in der NS-Zeit verpönt ist.

Am härtesten könnte es das Heer treffen: Die größte Teilstreitkraft der Bundeswehr könnte nahezu halbiert, um 40.000 auf 54.500 Mann verkleinert werden. Zudem sollen sämtliche Strukturen auf den Prüfstand kommen, die Verwaltung verschlankt, Doppelstäbe aufgelöst werden. Und last but not least geht es um den Fortbestand oder die Abschaffung der Wehrpflicht.

Guttenbergs Haus – in Person vor allem von Generalinspekteur Volker Wieker – hat fünf Modelle für die Bundeswehr der Zukunft erarbeitet. Modell eins: Es bleibt bei der Wehrpflicht, die Truppe wird bis 2012 in zwei Stufen auf 205.000 Soldaten reduziert. Modell zwei: Die Einberufungen enden Mitte 2011, die Soldatenzahl sinkt in drei Schritten bis 2013 auf 150.000. Modell drei: Die Einberufungen enden Mitte 2011, die Gesamtstärke sinkt in sechs Schritten bis 2016 auf 156.000.

Modell vier: Die Einberufungen enden Mitte 2011, aber die Zahl der freiwillig Dienstleistenden sinkt von derzeit 25.000 nicht auf null, sondern bis 2013 auf 7500. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten bis 2016 in sechs Schritten auf 156.000, unterm Strich also 163.500 Soldaten. Modell fünf: In zwei Stufen geht es bei Wehrpflicht (2012) und freiwilligem Dienst (2013) auf null, während die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten bei 180.000 bleibt.