"Ich sage das selten, aber heute bin ich schon glücklich", sagte Angela Merkel am Abend des 27. September 2009. Da war gerade bekannt geworden, dass FDP und Union die Bundestagswahl gewonnen hatten. Die einen triumphal, gerade noch solide die anderen.

Nach anderthalb Legislaturperioden Rot-Grün und vier Jahren Großer Koalition sollte ein Politikwechsel her. Dafür wollte die FDP als starker Juniorpartner schon sorgen. Ein paar Tage lang wurde gar über einen Superminister Westerwelle spekuliert.

Doch das erste Jahr der schwarz-gelben Regierung wurde zum Desaster: Mövenpicksteuer , Kundus-Affäre , Westerwelles Dienstreisen , Krach um die Gesundheitsreform , Gurkentruppe und Wildsäue . Zehn lange Monate bis zur Sommerpause zoffte sich die als Traumehe anmoderierte Koalition ohne Unterlass.

Schwarz-gelbe Koalitionen sind naturgemäß nicht Zweierbündnisse, sondern Dreiecksbeziehungen von CDU, CSU und FDP. In dieser Konstruktion ist die Gefahr von vornherein angelegt, dass Partikularinteressen schwerer wiegen als das gemeinsame Interesse am Erfolg der Regierung.

Welche Minister profitierten von dieser Situation? Wer hat sich durchgesetzt und vielleicht sogar gute Arbeit geleistet? Und wer könnte zu den Wackelkandidaten zählen? ZEIT ONLINE analysiert ein Jahr nach der Bundestagswahl 2009 die Stärken und Schwächen der Bundesregierung.