In Integrationskursen lernen Zuwanderer Deutsch und erfahren Wissenswertes über Deutschland. Doch die Plätze sind knapp: Insgesamt warten bereits jetzt bundesweit 20.000 Migranten auf einen Kursplatz. Im vergangenen Jahr hatten knapp 71.000 Ausländer einen solchen Kurs absolviert.

Der Bund räumte ein, dass es in Deutschland nicht genügend Plätze gibt. Laut einem Schreiben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 19. Juli an die Träger von Integrationskursen ist der Etat des Amts in diesem Jahr zwar auf 233 Millionen Euro aufgestockt. Dennoch lasse sich nicht für alle Ausländer, bei denen dies nötig sei, die Teilnahme an Kursen gewährleisten. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), räumte eine "Finanzierungslücke" ein.

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, heißt es in dem Schreiben des Flüchtlingsamts, um den zur Verfügung stehenden Finanzrahmen einzuhalten, müsse bestimmten Gruppen die Teilnahme an den Kursen mit 600 Stunden Sprachunterricht und 45 Stunden Landeskunde verwehrt werden. Dies betreffe seit 2005 oder länger "in Deutschland lebende Ausländer und zugewanderte bzw. eingebürgerte deutsche Staatsangehörige" sowie EU-Bürger ohne Rechtsanspruch auf Kursteilnahme.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), verlangte mehr Geld. Es könne nicht sein, dass Kurse trotz entsprechender Nachfrage nicht stattfinden: "Wenn wir mehr Geld brauchen, dann muss es bereitgestellt werden", sagte er.

Auch die migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Linken, Sevim Dagdelen, kritisierte das unzureichende Kursangebot: "Auch weiterhin soll lieber die Teilnehmerzahl den Finanzvorgaben als die Finanzen der hohen Nachfrage angepasst werden."

Bereits im April hatte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion mitgeteilt, die im Haushalt vorgesehenen Finanzmittel reichten aus, "um sämtliche Rechtsansprüche auf Kursteilnahme zu erfüllen". Jedoch könne aus Kostengründen nicht allen Interessierten eine Teilnahme garantiert werden.