Klaus Ernst bezieht bisher neben seinen Bundestagsdiäten in Höhe von 7668 Euro monatlich auch 3500 Euro von der Partei und 1913 Euro von der Bundestagsfraktion. Mehreren Landesverbänden war das zu viel, sie kritisierten die Zahlungen als überzogen . Dieser Kritik will der Parteichef und Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag nun entgegentreten und nach Angaben von Fraktionschef Gregor Gysi auf einen Teil seiner Bezüge verzichten.

Konkret geht es um seine Zulage als Mitglied des Fraktionsvorstandes in Höhe von etwa zweitausend Euro. Den Vorschlag, den Ernst den Führungsgremien der Partei am Vormittag selbst unterbreiten will, lautet Gysi zufolge so: "Wer für die Funktion in der Fraktion Geld entgegennimmt, darf für ein Parteiamt nichts bekommen. Oder wer etwas für ein Parteiamt bekommt, darf nichts für eine Funktion in der Fraktion bekommen". Dies bedeute eben 2000 Euro weniger. "Und damit sind die Wogen geglättet ", sagte Gysi in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin .

Ernst war wegen Mehrfachbezügen für sein Parteiamt und seine Fraktionsfunktion innerparteilich in die Kritik geraten. Auch am Wochenende kamen Landesverbände zu unterschiedlichen Einschätzungen. Sachsens Parteichef Rico Gebhardt drängte zu einer Neuregelung. "Ein Parteiamt ist ein Ehrenamt", sagte er. "Ich bin der Meinung, dass man nur einmal für seinen Zeitaufwand bezahlt werden sollte." Er bemühe sich derzeit um eine allgemeingültige Regelung für die gesamte Partei.

Wer zusätzlich zu seinem Abgeordnetenmandat Verantwortung an der Parteispitze übernimmt, sollte dagegen nach Ansicht von Brandenburgs Linke-Chef Thomas Nord auch gemäß der zusätzlichen Verantwortung bezahlt werden. "Ich persönlich tendiere dazu, dass man den Unterschied zwischen einem Bundestagsabgeordneten und einem Bundesvorsitzenden deutlich machen muss", sagte er. Die Funktion bedeute erhebliche Mehrarbeit, die entsprechend bezahlt werden sollte.

Der Bundesschatzmeister der Linken, Raju Sharma, sprach sich indes für einen Zulagenverzicht bei der Vergütung von Führungsmitgliedern aus. "Ich finde, dass tatsächliche Aufwendungen erstattet werden müssen, genauso wie ein realer Verdienstausfall, mehr nicht." Er sitze für Schleswig-Holstein im Bundestag und habe als Bundesschatzmeister auf das Zubrot der Partei verzichtet, sagte der 46-jährige Jurist.