Mit Aktionen im Berliner Regierungsviertel haben rund 600 Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 um Unterstützung für ihr Anliegen geworben, den Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu stoppen. Die Projektkritiker pflanzten dazu eine Kastanie zwischen Kanzleramt und Reichstag.

Am frühen Morgen waren die Gegner des Bauprojekts in einem Sonderzug aus Stuttgart am Berliner Hauptbahnhof angekommen. Mehrere Sympathisanten sowie Vertreter der Linkspartei und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac empfingen die Demonstranten.

Von einer Big Band angeführt zogen sie zunächst auf den Bahnhofsvorplatz. "Wir wollen unseren Zorn loswerden", sagte eine 67-jährige Demonstrantin aus Stuttgart, die ihren Namen nicht nennen wollte.

Später pflanzten einzelne Stuttgarter Projektgegner eine – nach ihrer Bezeichnung –  Widerstandskastanie auf der Rasenfläche vor dem Kanzleramt. Auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor zeigte die Gruppe sogenannte Trümmersteine vom Nordflügel des Bahnhofs, wo erste Abrissarbeiten bereits begonnen haben. Am Brandenburger Tor trafen sie auch mit Vertretern der Grünen zusammen. Das zumeist touristische Publikum zeigte Verständnis für das Anliegen der Stuttgarter.

Gegen Stuttgart 21 gehen seit Wochen immer wieder Tausende Demonstranten  auf die Straße. Das Projekt sieht vor, den bisherigen Stuttgarter Kopfbahnhof als Durchgangsbahnhof in den Untergrund zu verlegen. Die Kritiker warnen vor hohen Kosten, negativen ökologischen Folgen und Sicherheitsgefahren. Derzeit laufen Vermittlungsgespräche unter Leitung des Schlichters Heiner Geißler .