Es ist eine außergewöhnliche Maßnahme: Auch angemeldete Gruppen dürfen lediglich das Dachrestaurant des Reichstages, aber nicht mehr die Kuppel besuchen. Grund für die Schließung sei die allgemeine Warnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor Terroranschlägen, sagte ein Sprecher der Bundestagsverwaltung ZEIT ONLINE. Die Sicherheitsbeauftragten des Bundestages hätten daraufhin die Schließung angeordnet.

Angeblich soll die Maßnahme nichts mit den Medienberichten über einen möglichen Anschlag auf den Reichstag zu tun haben. Wie ZEIT ONLINE außerdem erfuhr, waren die Sicherheitsbehörden vor allem wegen der stets langen Menschenschlangen vor dem Gebäude besorgt. Gleichzeitig habe am Montag die neue Sitzungswoche im Bundestag begonnen, traditionell sei dann sehr viel Leben im Gebäude. Auch das könne ein Grund für die Absperrung sein.

Der Tagesspiegel berichtete, die Polizei habe nach eigenen Angaben keine Hinweise auf konkrete Pläne islamistischer Terroristen in Bezug auf den Reichstag.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zufolge handelt es sich um Kontrollen und andere Maßnahmen "in erheblichem Umfang". Er sprach von zusätzlichen Sperren und 60 Polizisten rund um das Gebäude. Bereits seit Donnerstag ist der Bundestag im Zentrum Berlins mit Absperrgittern gesichert.

Die Bundesregierung will mit näheren Informationen zur Gefahr von islamistischen Terroranschlägen zurückhaltend umgehen. "Es gibt schon viel zu viele Spekulationen im Land", sagte ein Regierungssprecher. "Sie werden von uns da nicht viel mehr an Preisgabe von Detailinformationen erwarten können." Bislang hätten die Polizei und anderen Sicherheitsbehörden gute Arbeit geleistet.

Ein Sprecher des Innenministeriums ergänzte: "Neue Erkenntnisse kann ich Ihnen hier heute nicht liefern." Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern arbeiteten "insgesamt mit Hochdruck und großer Intensität". Derzeit seien etwa 1000 Menschen im Blickfeld der Sicherheitsbehörden. Darunter seien etwa 130 Menschen, die die Behörden als "Gefährder" einstufen.

Am Wochenende hatte der Spiegel berichtet, Anhänger des Terrornetzwerkes al-Qaida und ihr nahestehende Gruppen planten offenbar einen Anschlag auf das Gebäude . Dabei wollten die Angreifer Geiseln nehmen und in dem historischen Gebäude Menschen töten. Man reche damit im Februar oder März kommenden Jahres, berichtete das Magazin unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden.