Weitere acht Jahre lang soll jeder Mitarbeiter in Behörden und Ämtern daraufhin überprüft werden, ob er für den DDR-Spitzeldienst gearbeitet hat. Die schwarz-gelbe Koalition verständigte sich darauf, die Stasi-Überprüfungen im Öffentlichen Dienst bis 2019 beizubehalten. Sonst wären sie im kommenden Jahr ausgelaufen.

Unions-Fraktionsvize Arnold Vaatz sagte der Mitteldeutschen Zeitung, Union und FDP seien sich einig. "Wir gehen dieses Gesetz an, so bald der Bundeshaushalt unter Dach und Fach ist", sagte der CDU-Politiker. Dies wird Mitte November der Fall sein.

Vaatz sprach sich dafür aus, 2019 eine Zäsur zu machen und die Zuständigkeit für die Stasi-Unterlagen von der zuständigen Behörde ins Bundesarchiv zu überführen. 2019 laufe schließlich auch der Solidarpakt aus. "30 Jahre nach der Wiedervereinigung wäre das Thema dann erledigt. Dann gibt es keine Dinge mehr, die eine eigene Behörde rechtfertigen."

Der nächste Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde werde somit vermutlich auch der letzte Leiter der Behörde sein, sagte Vaatz. Nach Informationen aus Regierungskreisen soll der ARD-Journalist Roland Jahn im März 2011 die jetzige Behördenleiterin Marianne Birthler ablösen.

Nach Angaben der Bundesbehörde für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen gingen bisher mehr als 6,5 Millionen Auskunftsersuchen ein , davon mehr als 1,7 Millionen zur Überprüfung von Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes. In den Archiven lagern 111.000 laufende Meter Geheimdienstakten, darunter etwa 39 Millionen Karteikarten. Außerdem gibt es etwa 1,44 Millionen Bilder, 31.300 Tondokumente und 2734 Filme und Videos.