Stuttgart 21 polarisiert: Kurz vor dem Ende der Schlichtungsgespräche ist die Stimmungslage in Baden-Württemberg zum Ausbau des Stuttgarter Bahnhofs denkbar uneindeutig. 40 Prozent befürworten das Projekt, 39 Prozent lehnen es ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. 21 Prozent äußerten keine Meinung zu diesem Thema. Auch in der Region Stuttgart ist mit 44 Prozent eine knappe Mehrheit für das umstrittene Bahnprojekt, 40 Prozent sind dagegen.

Viele sehen das umstrittene Bauprojekt als entscheidendes Thema der Landtagswahl am 27. März. 38 Prozent der Befragten nannten es "sehr wichtig" oder "wichtig" für ihre Wahlentscheidung. Gegner und Befürworter fühlen sich vor allem von den Grünen beziehungsweise der CDU repräsentiert. 34 Prozent geben an, dass die CDU am besten die eigene Meinung zu Stuttgart 21 vertritt, 28 Prozent nennen die Grünen und nur 5 Prozent die SPD. FDP und Linke kommen je auf 1 Prozent.

Die Schlichtungsgespräche mit Heiner Geißler finden 86 Prozent grundsätzlich gut, nur 12 Prozent sehen das nicht so. Die Meinung über die Auswirkung der Gespräche ist allerdings zweigeteilt: 47 Prozent glauben, dass sie zu einer Beruhigung der Lage führen, 50 Prozent nehmen dies nicht an.

Gut vier Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen Schwarz-Gelb und Rot-Grün unterdessen Kopf an Kopf. Die regierende CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus holt weiter auf und käme auf 39 Prozent, wenn an diesem Sonntag Wahl wäre. Dagegen verharrt der Koalitionspartner FDP weiter bei 5 Prozent. Zweitstärkste Kraft im Südwesten sind die Grünen mit 26 Prozent. Ihr Wunschpartner SPD würde nur 19 Prozent erzielen. Somit liegen Grüne und SPD mit zusammen 45 Prozent nur noch knapp vor Schwarz-Gelb (44 Prozent). In den vergangenen Wochen hatte Rot-Grün in Umfragen noch einen deutlich größeren Vorsprung vor der Regierungskoalition gehabt.