Möglicherweise zieht der Bund erste Konsequenzen aus der erhöhten Terrorgefahr: Eine von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eingesetzte Expertenkommission schlägt vor, Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei zusammenzulegen. Offenbar will de Maizière den Empfehlungen des Expertengremiums unter der Leitung des ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten Eckart Werthebach folgen. "Aus den Polizeien des Bundes eine Polizei des Bundes" zu machen, finde er überzeugend und bedenkenswert, sagte er. Damit würde eine Sicherheitsbehörde entstehen, die an die amerikanische Bundespolizei FBI erinnert.

Mit einer Fusion der Behörden will die Kommission die Terrorabwehr effizienter machen und Doppelstrukturen abschaffen. Sie schlägt vor, den Umbau über mehrere Jahre zu strecken. Allerdings ließ de Maizière erkennen, dass er eine solche Reform schneller angehen wolle: wenn, dann "noch in dieser Legislaturperiode", sagte er. 

Künftig soll sich das BKA vor allem um die mittlere und schwere Kriminalität kümmern, der Personenschutz soll zu den Aufgaben der Bundespolizei gehören. Dabei soll die Reform die Behörden allerdings räumlich weiter getrennt halten. Das BKA hat derzeit rund 5500 Mitarbeiter, die Bundespolizei 40.000. An den Grenzen sollen Bundespolizei und Zoll künftig zusammenarbeiten, schreibt der Kölner Stadtanzeiger . Zuständig soll das Innenministerium sein. Sicherheitsfachleute von Union und FDP befürworteten eine Verschmelzung von Zoll und Sicherheitsbehörden des Innenministeriums, um die Kräfte gegen Kriminalität und internationalen Terrorismus zu bündeln. Laut der Süddeutschen Zeitung sollen der Zoll und sein Kriminalamt sowie dessen Spezial-Einsatzkräfte allerdings weiterhin unter der Leitung des Finanzministeriums bleiben.

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt, dass Potsdam, Wiesbaden und Berlin die künftigen Standorte der neuen Polizei des Bundes sein sollen. Im Kampf gegen Internet-Kriminalität und zur Abwehr von Angriffen auf kritische Infrastruktur schlage der Kommissionsbericht zudem ein neues IT-Kompetenzzentrum vor. Dieses könnte unter dem Dach der neuen Bundespolizeibehörde oder beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entstehen.