Der Bund dringt bei der Bahn auf mehr Investitionen. "Wir müssen feststellen, dass das technische Material bei der Bahn ganz offensichtlich nun den zweiten Winter sich als nicht ausreichend erwiesen hat" sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle.

Im Aufsichtsrat müsse besprochen werden, "wie wir die Investitionen erhöhen, damit wir mehr Material, mehr Reserve zur Verfügung haben, um diese Ausfälle zu vermeiden". Mit Bahnchef Rüdiger Grube sei er darüber in einem Gespräch am Dienstag einig gewesen, sagte Scheurle.

Der aktuelle Schneefall habe den im vorigen Winter allerdings übertroffen, sagte der Staatssekretär. Die Mitarbeiter des bundeseigenen Konzerns seien für "einen tollen Einsatz" zu loben. Die Technik sei dagegen nicht winterfest genug. "Wir sind eingerichtet auf Winter von 2007, 2006, aber nicht auf den Winter von 2010." Nötig sei zudem eine bessere Kommunikation bei Störungen. "Daran krankt es sehr stark. Die Fahrgäste fühlen sich zu Recht schlecht informiert." Informationen seien aber wichtig, damit sich Kunden auf die Situation einstellen könnten. Dann könne man auch auf Verständnis zählen.

Auch am Dienstag gab es wieder Probleme bei der Bahn. Bereits in der Nacht stoppte ein Kurzschluss einen ICE aus München wenige Minuten vor der Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof: Das Ziel vor Augen, mussten die 50 Bahnfahrer zwei Stunden in dem dunklen und unbeheizten Zug ausharren. Das Winterwetter störte auch den übrigen den Bahnverkehr im Norden. ICEs kamen bis zu einer Stunde verspätet ans Ziel.

Bis Silvester soll noch mehr Schnee fallen. Nachts werden im Osten Deutschlands Temperaturen bis zu minus 20 Grad erwartet.