Die FDP hat den Mitarbeiter ausgemacht, der die US-Botschaft während der Koalitionsverhandlungen mit Informationen versorgt hat. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung handelt es sich um den derzeitigen Büroleiter von Parteichef Guido Westerwelle in der FDP-Bundesgeschäftsstelle. Auch Recherchen von ZEIT ONLINE weisen auf diesen Mitarbeiter hin. Er wurde inzwischen von seinen Aufgaben entbunden.

Der FDP-Sprecher Wulf Oehme räumte ein, dass sich ein Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle "offenbart" habe. Zu Namen äußerte er sich nicht. Aber er bestätigte, dass der Informant "im gegenseitigen Einvernehmen von seiner bisherigen Funktion als Büroleiter entbunden" worden ist.

Der FDP-Mann war vom amerikanischen Botschafter Philip Murphy in Berichten nach Washington als junger, aufstrebender FDP-Mitarbeiter beschrieben worden, der gerne auch aus seinen persönlichen Gesprächsnotizen vorgelesen habe.

Zum Zeitpunkt der Koalitionsverhandlungen war er im Thomas-Dehler-Haus Leiter der Abteilung "Strategie und Kampagne" und in dieser Funktion auch für internationale Kontakte zuständig. Der Wechsel vom Abteilungsleiter zum Büroleiter nach den Koalitionsverhandlungen kann als Degradierung verstanden werden. Die Gründe dafür sind derzeit nicht bekannt.