Betroffen sind Soldaten einer Einheit, in der hauptsächlich Fallschirmjäger aus Niedersachsen dienen, wie der Wehrbeauftragte des Bundestages Hellmut Königshaus (FDP) sagte. Ein Teil ihrer Briefe in die Heimat kam in den vergangenen drei Monaten geöffnet und teilweise ohne Inhalt an. Wie viele Sendungen offen die Empfänger erreichten, ist noch unklar.

Der Wehrbeauftragte rätselt über die Hintergründe und stellt zugleich die Brisanz des Vorfalls klar: "Was immer die Motive, was immer die Absichten derer waren, die das getan haben, es ist ein Verstoß gegen das hohe Gut des Postgeheimnisses", sagte er. Das Vorgehen der bislang Unbekannten sei unter Umständen eine Straftat und das müsse aufgeklärt werden. "Wir müssen unsere Soldatinnen und Soldaten wie jeden anderen in Deutschland davor schützen, dass seine Briefe ungewollt geöffnet werden."

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) reagierte inzwischen. Er sicherte zu, die offenen Fragen zu klären. "Das Öffnen von Briefen von Soldaten ist ein unhaltbarer Zustand und es sind unverzüglich Untersuchungen eingeleitet worden", sagte er. Wenn Vorsatz vorliege, müsse das selbstverständlich Konsequenzen haben.

Königshaus hatte von dem Problem bei einem Besuch im Feldlager Masar-i-Scharif erfahren. Am Dienstag informierte er Guttenberg in einem Brief. Spekulationen, die Post sei aus sicherheitstechnischen Gründen geöffnet worden, wies Königshaus zurück.

Er sei sicher, dass das Verteidigungsministerium den Vorgang zuverlässig aufkläre. "Ich habe keinen Anhaltspunkt dafür, dass im Ministerium womöglich etwas vertuscht wird." Außerdem werde sich die zuständige Staatsanwaltschaft einschalten, sobald sich der Anfangsverdacht auf eine Straftat bestätige.