Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller wird möglicherweise am kommenden Samstag auf der Klausurtagung von CDU-Landesvorstand und Landtagsfraktion seinen Rückzug aus der Politik bekannt geben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise. Über den Schritt war schon länger spekuliert worden. Es werde erwartet, dass Müller als Nachfolgerin Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorschlagen werde. Aus Regierungskreisen hieß es, "sie ist in der Lage, dem Land Impulse zu geben". In CDU-Kreisen gilt es als wahrscheinlich, dass Innenminister Toscani auf eine Kampfkandidatur verzichten wird.

Als möglicher Termin für einen Rücktritt Müllers sei in den Koalitionskreisen ein Zeitpunkt rund um die parlamentarische Sommerpause genannt worden. Zwei mögliche Alternativen wären der 15. Juni als letzte Sitzung des Landtags vor den Ferien und der 24. August nach den Ferien.

Müller soll nach Angaben aus Unionskreisen in Berlin im Herbst Verfassungsrichter in Karlsruhe werden. Der 55-Jährige ist seit 1999 Regierungschef im Saarland. Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit im August 2009 regiert Müller in einer Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen – der ersten in einem Bundesland. Der Ministerpräsident führt zugleich das Justizressort. Früher war der Jurist als Richter tätig, zuletzt am Landgericht in Saarbrücken.