Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat neue Mitbestimmungsrechte der Bürger im Prüfverfahren für ein atomares Endlager in Gorleben zugesagt. "Ich werde die Bürger dort einladen, sich ganz konkret am Untersuchungsprozess für das atomare Endlager Gorleben zu beteiligen", kündigte Röttgen vor seinem Besuch im niedersächsischen Gorleben am 14. Februar in der Bild am Sonntag an. So sollten die Anwohner über die Berufung von Experten und die Fragestellungen der Untersuchungen mitentscheiden dürfen.

Bei der Beteiligung der Bürger gehe es "nicht nur um Information und Transparenz, sondern auch um die Formulierung von Untersuchungsfragen und die Auswahl von Experten". "Das ist das Angebot einer aktiven Teilhabe, das es so noch nicht gegeben hat", fügte Röttgen hinzu.

Zum Auswahlverfahren der Beteiligten sagte der CDU-Politiker: "Ich werde den Kreistag des Landkreises bitten, entsprechende Sachverständigen- und Beratungsgremien einzurichten." Diese Gremien könnten dann zum Beispiel Experten benennen. "Ich bin auch mit akzeptierten Persönlichkeiten des Protestes im Gespräch und hoffe, dass ich auch dezidierte Kritiker dafür gewinnen kann", sagte Röttgen. Er bekräftigte, dass die Untersuchung, ob Gorleben sich als Standort als Atom-Endlager eignet, ergebnisoffen geführt werde. Bei seinem Besuch vor Ort werde er dies versprechen. "Ich werde den Menschen in Gorleben garantieren, dass es ein offenes Verfahren gibt, dessen Ergebnis ich nicht kenne", sagte der Minister.

Röttgen hatte bereits bei einem Besuch in Gorleben Anfang Dezember eine neuartige Form der konkreten Bürgerbeteiligung in Aussicht gestellt. Der Minister diskutierte damals vor Ort mit Kommunalpolitikern. Anti-Atom-Initiativen und Umweltschutzorganisationen lehnten eine Teilnahme an den Gesprächen allerdings ab und kritisierten Röttgens Besuch als Showveranstaltung.