Wegen des Priestermangels in der katholischen Kirche haben namhafte CDU-Politiker an die deutschen Bischöfe appelliert, beim Vatikan in Rom auf eine Lockerung der Zölibatspflichten zu drängen.

In einem Brief bitten unter anderem Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, Erwin Teufel und Bernhard Vogel sowie der langjährige Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Friedrich Kronenberg die Bischöfe dringend, sich in Rom wie in der Weltkirche mit Nachdruck für die Zulassung sogenannter viri probati ("bewährter Männer") zum Priesteramt einzusetzen.

Alle Gründe, an der Ehelosigkeit der Priester festzuhalten, wögen nicht so schwer wie "die Not vieler priesterloser Gemeinden, in denen die sonntägliche Messfeier nicht mehr möglich ist". Wenn die Amtskirche zögere, sich mit dem Priestermangel und dem Sinn des Zölibats auseinanderzusetzen, "dann müssen es eben engagierte Laien tun", sagte Lammert. Für den Zölibat gebe es weder eine zwingend theologische oder gar biblische Notwendigkeit noch eine praktische Erklärung.

Zur Unterstützung ihres Vorstoßes verwiesen sie in dem Brief auch auf eine schriftliche Äußerung von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 1970. Als Theologieprofessor hatte der demnach damals argumentiert, die Kirche der Zukunft werde "klein" sein, neue "Formen des Amtes" kennen und deshalb auch "bewährte Christen, die im Beruf stehen" zu Priestern weihen.

Am Samstag reagierte die Deutsche Bischofskonferenz auf den CDU-Brief. Sie mahnte zur Geduld. In einer veröffentlichten Erklärung hieß es, die "kommenden Jahre" würden Gelegenheit geben, dieses Anliegen neu zu bedenken.