Schleswig-Holsteins SPD zieht mit Torsten Albig als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf für die vorgezogene Landtagswahl. Der 47-Jährige setzte sich in einem Mitgliederentscheid gegen seinen Hauptkonkurrenten durch, den 51 Jahre alten, langjährigen Fraktions- und Landesvorsitzenden Ralf Stegner. Der Landtag wird wahrscheinlich 2012 neu gewählt.

Nach der Auszählung am Samstag erhielt Albig nach Angaben vom Abend 57,2 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, Stegner lediglich 32,1 Prozent. An der Briefwahl nahmen rund 13.200 SPD-Mitglieder teil. Das entsprach einer Beteiligung von rund 70 Prozent. Offiziell wird die Nord-SPD den Spitzenkandidaten wahrscheinlich im Spätsommer auf einem Parteitag wählen.

Alle Bewerber hatten erklärt, dass sie dort keinen zweiten Anlauf starten werden, wenn sie beim Mitgliederentscheid unterlegen sein sollten. Weitere Kandidaten waren Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und der Kieler Sozialdemokrat Mathias Stein mit zusammen rund 10 Prozent.

Die CDU will ihren Landes- und Fraktionsvorsitzenden Christian von Boetticher im Mai zum Spitzenkandidaten küren. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen tritt zur nächsten Wahl nicht wieder an.

Nach dem Sieg im internen Mitgliederentscheid will Albig jetzt Ministerpräsident des Landes im Norden werden. "Schleswig-Holstein ist ein starkes Land. Es braucht endlich wieder einen starken Ministerpräsidenten, der nicht nur scheinbaren finanziellen Sachzwängen hinterher verwaltet, sondern der dem Land wieder eine klare Richtung gibt", schreibt er auf seiner Homepage.