Der ehemalige Hamburger SPD-Sprecher Bülent Ciftlik ist verhaftet worden. Er wird verdächtigt, elf Straftaten begangen zu haben. Noch am Mittwoch solle der 38-Jährige einem Haftrichter vorgeführt werden, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. "Dann wird ihm der Haftbefehl verkündet, und er hat Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern." Als Haftgrund gilt Verdunkelungsgefahr – die Staatsanwaltschaft befürchtet, dass der ehemalige Bürgerschaftsabgeordnete Beweismittel manipulieren und Zeugenaussagen beeinflussen könnte.

Ciftlik war am Dienstagabend festgenommen worden.

 Die Anklagebehörde geht dem Verdacht nach, Ciftlik habe für ihn arbeitende Wahlhelfer angewiesen, Briefwahlanträge türkischstämmiger Deutscher für die Bürgerschaftswahl 2008 zu fälschen.

Weitere Ermittlungen drehen sich unter anderem um den Verdacht der Körperverletzung sowie um die Manipulation von Beweismitteln – etwa eine gefälschte E-Mail – im Zusammenhang mit der angeblichen Vermittlung einer Scheinehe.



Ciftlik war 2010 wegen Vermittlung einer Scheinehe zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Gegen das Urteil gingen sowohl Ciftlik als auch die Staatsanwaltschaft in Berufung. Das Berufungsverfahren war am Freitag zunächst geplatzt, weil der Angeklagte erkrankt war.