Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Cornelia Pieper gibt ihre Führungsämter in der Partei auf. Sie trete nicht mehr zu den Wahlen als Bundes-Vize und FDP-Landeschefin an, sagte sie der Mitteldeutschen Zeitung. Sie wolle sich auf ihre Aufgabe als Staatsministerin im Auswärtigen Amt konzentrieren. Auch als einfaches Parteimitglied stehe sie für den FDP-Bundesvorstand aber zur Verfügung.

So wie ihr Parteikollege Rainer Brüderle stand auch Pieper nach den Landtagswahlen in der Kritik. Die FDP hatte in Sachsen-Anhalt den Wiedereinzug in den Landtag klar verpasst – so wie die Liberalen in Rheinland-Pfalz, weshalb Brüderle seinerseits den Landesvorsitz abtreten wird.

In Sachsen-Anhalt hatte sich bereits der bisherige Fraktionschef und Spitzenkandidat Veit Wolpert sein Interesse für die dortige Parteispitze bekundet. Auch dem früheren Sozialminister Gerry Kley werden Ambitionen nachgesagt. Der FDP-Landesvorstand kam am Abend in Halle zusammen, um über die Personalien zu beraten. Pieper selbst schlug Wolpert als ihren Nachfolger vor. "Er kann die Truppen zusammenhalten und hat dafür schon den Beweis angetreten."

Der 52-Jährigen zufolge sei die gesamte Partei inzwischen "in eine große Glaubwürdigkeitskrise geraten". Die FDP brauche eine Erneuerung, sagte sie der Zeitung. Den Parteivorsitzenden stellte sie aber nicht infrage: "Ich selber halte Guido Westerwelle für alternativlos, aber das entscheidet zunächst einmal er persönlich und dann der Parteitag", sagte Pieper.