Die Affäre um Guttenbergs plagiierte Doktorarbeit beginnt am 16. Februar: Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano in Guttenbergs Dissertation kopierte Textstellen ohne Fußnoten gefunden hat. Noch am selben Tag bezeichnet Guttenberg die Vorwürfe, er habe abgeschrieben, als "abstrus". Er fliegt zu einem Truppenbesuch nach Afghanistan.

Am 18. Februar entschuldigt sich Guttenberg für "eventuelle Fehler" in seiner Arbeit und kündigt an, den Doktortitel vorerst nicht mehr führen zu wollen. Die Erklärung gibt er vor einer kleinen Runde von Journalisten ab, während die meisten Korrespondenten in der Bundespressekonferenz auf eine Stellungnahme Guttenbergs warten. Die Arbeit sei kein Plagiat, sagt Guttenberg, "Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler." Es sei allerdings "zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht."

In den folgenden Tagen finden sich weitere kopierte Textstellen in der Doktorarbeit, die nicht als Zitat gekennzeichnet sind. Auf der Website Guttenplag Wiki tragen Benutzer die Beweise zusammen. Auch aus der ZEIT hat der Verteidigungsminister einen Text kopiert. Offenbar sind mehrere hundert Seiten nicht von Guttenberg selbst geschrieben worden.

Am 21. Februar erklärt Guttenberg bei einer CDU-Veranstaltung im hessischen Kelkheim, seinen Doktortitel dauerhaft ablegen zu wollen. Er habe sich die Arbeit noch einmal gründlich angesehen und gravierende Fehler entdeckt. Es sei jedoch keine bewusste Täuschung gewesen. "Ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich da geschrieben habe", sagt er. Die Opposition kritisiert Guttenberg, Bundeskanzlerin Merkel stellt sich hinter ihn.

Erste Unionspolitiker, die bisher hinter Guttenberg standen, wenden sich am 22. Februar von ihm ab. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) spricht von einer "nicht überzeugenden Problembewältigung" des Ministers. Umfragewerte zeigen, dass Guttenberg weiterhin der beliebteste Politiker ist.

Am 23. Februar stellt sich Guttenberg einer Fragestunde und der anschließenden aktuellen Stunde im Bundestag. Er besteht darauf, nicht absichtlich plagiiert zu haben und bezeichnet die Vorwürfe als Rufmord. "Was die Frage betrifft, was man für ein Signal in die Wissenschaftsgesellschaft sendet, wenn man eine offensichtlich sehr fehlerhafte Doktorarbeit geschrieben hat, dann kann ich nur sagen, dass das ein schlechtes Signal ist, dass ich hier gesendet habe", sagt er. Die Universität Bayreuth entzieht Guttenberg am Abend den Doktortitel.

Am 25. Februar nimmt Guttenberg an der Trauerfeier für drei in Afghanistan getöteten Soldaten teil. Die Opposition verdächtigt Guttenberg, einen Ghostwriter für seine Arbeit engagiert zu haben.

Am 28. Februar erklärt Merkel, sie stehe weiterhin hinter ihrem Verteidigungsminister. Unterdessen wenden sich rund 30.000 Doktoranden in einem offenen Brief gegen den Minister. In einer CSU-Vorstandssitzung sagt Guttenberg: "Meine Arbeitskraft, was die Bundeswehr anbelangt, ist vollends gegeben. Ich habe dieses Amt auszufüllen und fülle das mit Freuden auch entsprechend aus."

Am Vormittag des 1. März erklärt Guttenberg bei einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. Er betonte erneut, er habe nicht bewusst getäuscht und sagte: "Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht." Er werde sich an der Aufklärung der Vorwürfe gegen ihn in Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit beteiligen und notfalls auf seine Immunität als Abgeordneter verzichten.