Man kann nach dieser Wahl viel über Verlierer reden, denn davon gibt es in Sachsen-Anhalt an diesem Abend eine Menge. Als erstes: die NPD. Die Rechtsextremen werden aller Wahrscheinlichkeit nicht in den Magdeburger Landtag einziehen . Das ist eine gute Nachricht für die Demokratie in einem Land, dem man so gerne unterstellt, besonders anfällig für rechte Parolen zu sein. Wenn sich die NPD nun dafür feiert, dass sie aus dem Stand 4,6 Prozent der Stimmen erreichte, dann verschweigt sie, dass sie hier zuletzt gar nicht angetreten war. In Wahrheit könnte dieses Wahlergebnis die klamme NPD in eine existenzielle Krise stürzen.

Davon scheint die FDP ebenfalls nicht mehr weit entfernt. 13,3 Prozent erreichten die Liberalen hier 2002, 6,7 Prozent vier Jahre später und jetzt: 3,9 Prozent. Wie sehr die Liberalen getroffen sind, lässt sich an einer aktuellen infratest-dimap-Umfrage ablesen: Keine Partei im Land, außer der NPD, gilt beim Wähler als unglaubwürdiger.

Auch die SPD darf sich zu den Verlierern rechnen. Zwar kann sie unter Führung der CDU weiterregieren (man hatte bisweilen den Eindruck, sie wolle gar nichts anderes). Doch wird sie sich nach ihrer abstrusen Strategie im Umgang mit der Linkspartei fragen lassen müssen. Dass sie eine rot-rote Koalition unter ihrer eigenen Führung für gut heißt, dasselbe Bündnis unter Vorsitz der Linken aber ausschließt, ist nicht vermittelbar.

Spannender aber sind an diesem Abend die Gewinner, ein kleiner und ein großer. Der kleine: die Grünen. Sie haben ihr Ergebnis von vor vier Jahren fast verdoppelt. Gut möglich, dass es in Sachsen-Anhalt einen Fukushima-Effekt gab, obwohl dort gar keine Kernkraftwerke stehen. Doch vor allem mögen die Grünen von ihrer Glaubwürdigkeit profitiert haben. Keine andere Partei erreichte in der erwähnten Umfrage höhere Werte.