Beamte des Bundeskriminalamts haben drei mutmaßliche Mitglieder der terroristischen Vereinigung al-Qaida festgenommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit, von der die Festnahme veranlasst wurde. Die Beschuldigten werden am morgigen Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

Einem Bericht des ZDF zufolge handelt es sich bei den drei Verdächtigen um deutsche Staatsbürger. Sie sollen einen größeren Terroranschlag geplant haben und seien in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Offenbar hatten die Ermittler die mutmaßlichen Terroristen längere Zeit beobachtet.

Die Fahnder hätten zugeschlagen, als klar wurde, dass die drei Männer für die Nacht zum Freitag eine Art Testlauf geplant hatten. Die Männer wollten die Wirkung des Sprengstoffs erproben, wie die Rheinische Post unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete. Dabei habe es sich aber noch nicht um einen Terrorschlag gehandelt. Zwar wurde der Test verschoben, dennoch entschieden sich die Ermittler für den Zugriff.

Die Dimension des Falls sei vergleichbar mit dem der Sauerland-Gruppe, die im Jahr 2007 festgenommen worden war, berichtete das ZDF.

Einer der Anführer soll in einem Terrorcamp im Ausland ausgebildet worden sein. Genauere Angaben zu den Terrorverdächtigen und zu den Umständen der Festnahmen gab es zunächst nicht. Bundesanwalt Rainer Griesbaum und der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, kündigten eine Pressekonferenz für Samstag an, um mehr Details mitzuteilen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lobte die Festnahme, dadurch sei "eine konkrete und bevorstehende Gefahr" abgewehrt worden. Der Vorgang zeige, dass Deutschland nach wie vor im Fadenkreuz internationaler Terroristen stehe. "Es gilt, auch weiterhin wachsam zu sein", sagte Friedrich.

Auch der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte, die Festnahme zeige, wie besorgniserregend die Bedrohungslage in Deutschland sei. "Es wäre jetzt grob fahrlässig, den Sicherheitsbehörden die Ermittlungsmöglichkeiten zu nehmen, die sie unbedingt brauchen, um den Terror bekämpfen zu können", sagte Bosbach. Deshalb müsse die Laufzeit der Antiterror-Gesetzgebung verlängert werden.

In einer Mitteilung des Innenministeriums hieß es, es gebe Bezüge zu der Terrorwarnung, die der damalige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im November vergangenen Jahres ausgesprochen habe. De Maizière hatte vor möglicherweise bevorstehenden Terroranschlägen islamistischer Terroristen in Deutschland gewarnt. Im Februar hatte er die Sicherheitsmaßnahmen wieder entschärft, aber zugleich betont, die Gefahr sei noch nicht gebannt.