Der sogenannte Runde Tisch mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und der Bundesländer hat sich auf eine gemeinsame Werbeaktion von Bund, Ländern und Kommunen für das Bildungspaket verständigt. 

Die Kommunen würden die betroffenen Eltern anschreiben und dabei konkret auch die Ämter benennen, bei denen sie Bildungshilfen für ihre Kinder beantragen können, sagte von der Leyen nach dem Treffen. Um mehr potenzielle Antragsteller zu erreichen, solle ein mehrsprachiges Informationspaket geschnürt werden. Es geht um Bildungsangebote für insgesamt 2,5 Millionen Kinder von Langzeitarbeitslosen mit Hartz-IV-Leistungen, Geringverdienern mit Kinderzuschlag und Wohngeldempfängern. Auch sollten Schulen und Kitas direkt auf die Eltern zugehen.

Das Bildungspaket war zusammen mit der Hartz-IV-Neuregelung am 29. März in Kraft getreten. Weil Anträge für die Bildungsleistungen bei den Behörden zunächst nur schleppend eingingen, hatte von der Leyen zu dem Runden Tisch eingeladen.

Die Antragsfrist für die rückwirkende Erstattung von Bildungsleistungen aus dem ersten Quartal 2011 soll nach den Absprachen des Runden Tisches nun von Ende April auf Ende Juni verschoben werden. Nach der bisherigen Regelung können die Leistungen nur bis Ende April rückwirkend beantragt werden.

Laut Kommunen steigt die Zahl der Antragsteller allmählich. In Sachsen hätten sich bislang 30 Prozent der Anspruchsberechtigten gemeldet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg. Berichten zufolge hatte die Quote kürzlich noch bei zwei Prozent gelegen. Nach einer am Donnerstag vorgelegten Umfrage des Deutschen Städtetages liegt sie in zwei Dritteln der Städte aber immer noch unter zehn Prozent.