Die NPD bewundert Thilo Sarrazin schon länger, doch werben darf sie mit ihm nicht. Der ehemalige Bundesbanker und Berliner Finanzsenator hatte sich mehrfach von der rechtsextremen Partei distanziert. Das Berliner Landgericht gab ihm nun Recht und untersagte der NPD in einer einstweiligen Verfügung, Zitate von Sarrazin sowie seinen Namen in Wahlwerbung zu verwenden.

Sollte die NPD dagegen verstoßen, droht ihr ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro.

Die rechtsextreme Partei hatte mit einem Satz aus Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab auf Postkarten für sich geworben. Auf der Karte war ein aus dem Zusammenhang gerissener Halbsatz aus Sarrazins Buch gedruckt: "Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden".

Im Buch heißt es weiter: "Der gefürchtete Rechtsradikalismus wird nicht dadurch gefördert, dass wir unsere legitimen Präferenzen klar äußern und das politische Handeln nach ihnen ausrichten, sondern dadurch, dass wir die Dinge schleifen lassen." 

Die NPD hatte das Zitat zusammen mit rassistischen Parolen auf schwarz-weiß-rotem Hintergrund gedruckt. Auf der Rückseite lässt sich die Parteimitgliedschaft beantragen. Nach Angaben des NPD-Landesvorsitzen wurde das Flugblatt in einer sechsstelligen Auflage verteilt. Die rechtsextreme Partei hatte dafür weder um Sarrazins Erlaubnis noch um die seines Buchverlags gefragt.

Das Gericht folgte der Argumentation von Sarrazins Anwalt Christian Schertz, wonach die NPD das Buch und den Namen Sarrazins missbrauche, um für ihre ausländerfeindlichen Ziele zu werben. Mit der Karte werde suggeriert, Sarrazin sei mit der NPD einverstanden. Dabei habe sich der Autor im Buch deutlich gegen Rechtsradikalismus ausgesprochen.

Sarrazin hatte in seinem Buch die angeblich fehlende Integrationsbereitschaft von Muslimen beklagt. Vor allem wegen seiner pauschalen Äußerungen zu genetischen Eigenschaften bestimmter Volksgruppen hatte die SPD-Führung ein Ausschlussverfahren gegen Sarrazin angestrengt, das aber in der vergangenen Woche ohne einen Ausschluss zu Ende ging. Diese Entscheidung ist in der Partei sehr umstritten.