Mehrfach wurde sein Name bereits genannt, als es um mögliche Kandidaten ging. Jetzt sagte der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zu seiner möglichen Kanzlerkandidatur bei den nächsten Bundestagswahlen 2013: "Der Zeitpunkt wird kommen, wo ich mich in Absprache mit zwei oder drei Führungspersönlichkeiten der SPD darüber zusammensetze."

Steinbrück betonte, bei einer solchen Aufgabe müsse man alles geben. "Wenn Sie sich entscheiden, für so etwas zu kandidieren, dann mit voller Kraft und mehr als 100 Prozent. Wenn, dann wollen Sie gewinnen und zwar mit jeder Faser Ihres Körpers." 



In der SPD-Spitze stießen die Äußerung auf Kritik. "Selbstausrufungen sind in einer modernen demokratischen Partei wie der SPD aus der Mode gekommen", sagte Generalsekretärin Andrea Nahles dem Berliner Tagesspiegel. Björn Böhning, Sprecher der SPD-Linken, sagte: "Debatten um Kanzlerkandidaten bewegen nur die Zeitungen, aber sie bewegen die Menschen nicht." 


Steinbrück hatte sich nach der Bundestagswahl 2009 aus den Parteigremien zurückgezogen. Auf der politischen Bühne meldete er sich im März mit einer Rede im Bundestag zur Euro-Krise zurück. Sein Auftritt, für den ihm die SPD ihre gesamte Redezeit in der Debatte überließ, wurde viel beachtet.

Seither wird über seine mögliche Kanzlerkandidatur spekuliert. Von führenden SPD-Politiker ist Steinbrück bereits mehrfach ins Spiel gebracht worden. Nach dem schwachen Abschneiden der SPD bei den jüngsten Landtagswahlen hatte Parteichef Sigmar Gabriel erklärt, Steinbrück gehöre unbestritten zur politischen Champions League. Eine Vorentscheidung soll nach den Vorstellungen der SPD-Führung aber frühestens in einem Jahr fallen.