Nach der Rückkehr von Kanzlerin Angela Merkel aus den USA wird in Berlin eine Reihe von Sitzungen beginnen. Die Regierungskoalition und EU verstärken den Druck auf die Banken, freiwillig bei der Lösung der Schuldenkrise zu helfen. Am Freitag soll im Bundestag über einen geplanten gemeinsamen Antrag von Union und FDP über die Griechenland-Hilfen und die Euro-Stabilisierung abgestimmt werden. Zuvor wird Schäuble dazu eine Regierungserklärung abgeben.

Mit dem Bundestagsbeschluss soll der Rahmen für die Vorgaben an Athen und an die Beteiligung privater Gläubiger aufgestellt werden, der die Vorgabe für Merkel und Schäuble bei den Verhandlungen in Brüssel ist. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hält ein Entgegenkommen der privaten Geldgeber im Falle des Euro-Pleitekandidaten für denkbar. "Eine freiwillige Umschuldung ist möglich", sagte. Eine Streckung der Athen-Kredite wäre im Interesse des Finanzmarktes, der Griechen selbst und der deutschen Steuerzahler.

Nach Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel hielten die deutschen Banken im internationalen Vergleich mit 22,7 Milliarden Dollar die meisten griechischen Staatsanleihen (Stand Ende 2010), wobei die gesamten Forderungen der Banken gegenüber Griechenland bei 34 Milliarden Dollar lagen. Institute anderer Länder haben drastisch reduziert, so auch Frankreich auf 15 Milliarden Dollar. Ende des ersten Quartals 2010 lag das Engagement deutscher Institute bei 23,1 Milliarden Dollar, Frankreichs sogar bei 27 Milliarden Dollar.