Verfassungsschützer haben im vergangenen Jahr 27.180 politisch motivierte Straftaten gezählt. Das sind rund 20 Prozent weniger als 2009, berichtet die Welt unter Berufung auf den Verfassungsschutzbericht 2010. Im Bereich "Politisch motivierte Kriminalität – rechts" wurden 16.375 Taten registriert. Darunter sind demnach allein 11.384 Propagandadelikte wie das Zeigen von Hakenkreuzen. Im Vergleich zu 2009 bedeutet das einen Rückgang um 15,9 Prozent. Auch im Bereich "Politisch motivierte Kriminalität – links" sanken die Zahlen, und zwar auf 6.898 Taten. Das sind dem Bericht zufolge 26,4 Prozent weniger.

Auch wenn es 2010 bundesweit weniger registrierte rechtsextremistische Gewalttaten als im Vorjahr gab, stieg die Zahl in den fünf ostdeutschen Ländern um 4,8 Prozent. Von den insgesamt 762 rechtsextremen Gewalttaten entfielen nach Zeitungsinformationen im vergangenen Jahr allein 306 auf die fünf Ost-Länder. Damit wurden dort 40 Prozent dieser Delikte begangen, obwohl der Anteil an der Gesamtbevölkerung lediglich 15 Prozent beträgt. Laut dem Bericht, der am Freitag offiziell vorgestellt werden soll, liegt Sachsen-Anhalt mit 2,84 solcher Taten je 100.000 Einwohner an der Spitze. 2009 hatte noch Brandenburg geführt, das jetzt mit 2,63 solcher Taten auf dem zweiten Platz steht. Es folgten Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.



Bundesweit nahmen auch die linksextremistischen Gewalttaten ab. Im Vergleich zum Vorjahr gingen sie  dem Bericht zufolge um 171 Fälle oder 15,3 Prozent zurück. Während Körperverletzungen im rechtsextremen Bereich um 100 registrierte Fälle abnahmen, stiegen sie im linksextremistischen Bereich von 39 auf 541 an.

Bei den linksextremistischen Gewalttaten stellt der Verfassungsschutzbericht hingegen kein Ost-West-Gefälle fest. Die meisten linksextremistischen Gewalttaten seien in Bremen verübt worden, gefolgt von Sachsen und Berlin, hieß es.