Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) lässt die Kritik am möglichen Panzergeschäft mit Saudi-Arabien nicht gelten:

Saudi-Arabien sei ein Verbündeter des Westens und "einer der wichtigsten Stabilitätsanker in der Region", sagte der CDU-Politiker dem Hamburger Abendblatt. Das Land grenze an den Jemen, der "in großer Gefahr sei, ein fallender Staat zu werden und der Terrororganisation al-Qaida noch mehr Raum zu geben", sagte de Maizière.

Er sagte, gerade wegen der Nachbarschaft Saudi-Arabiens zum Jemen liege es im Interesse des Westens, dass das Königreich seine stabilisierende und mäßigende Rolle in der Region weiter spielen könne.  Die Entscheidung über Rüstungslieferungen sei "zunächst eine sicherheitspolitische", sagte er weiter. "Menschenrechtsüberlegungen müssen eine Rolle spielen, doch überwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen.

Ähnlich äußerte sich Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in der Bild am Sonntag. Innenminister Friedrich sagte, dass das Königreich ein wichtiger Sicherheitspartner und Verbündeter im Kampf gegen den islamischen Extremismus sei. Er räumte ein, dass es in dem Land extreme religiöse Strömungen gebe. Friedrich betonte aber: "Saudi-Arabien tut viel gegen Gewalt und Terror – davon profitieren auch wir."

Den Verkauf von 200 modernen Leopard-2-Panzern an Saudi-Arabien bestätigen beide Minister jedoch nicht. Medien hatten berichtet, der Bundessicherheitsrat habe grünes Licht für die Lieferung der Kampfpanzer gegeben. Der Rüstungsdeal sorgt seit Tagen für Kritik. Saudi-Arabien hatte sich im Frühjahr an der Niederschlagung von Protesten im Nachbarland Bahrain beteiligt. Das autoritär regierte Königreich wird zudem wegen der Missachtung von Bürger- und Menschenrechten kritisiert.